Die Legende von der Erschaffung der Arzthelferin!

Als der liebe Gott die Arzthelferin schuf, machte er bereits den sechsten Tag Überstunden. Da erschien ein Engel und sagte: "Herr, Ihr bastelt aber lange an dieser Figur!" Der liebe Gott antwortete: "Hast du die lange Liste spezieller Wünsche auf der Bestellung gesehen? Sie soll als Frau lieferbar sein, wartungsfrei und leicht zu desinfizieren, aber nicht aus Plastik. Sie soll Nerven wie Drahtseile haben und einen Rücken, auf dem sich alles abladen lässt; dabei aber so zierlich, dass sie sich in den viel zu kleinen Dienstzimmern wohl fühlen kann. Sie muss fünf Dinge zur gleichen Zeit tun können und soll dabei immer noch eine Hand frei haben."

Da schüttelte der Engel den Kopf und sagte: "Sechs Hände, das wird kaum gehen!" "Die Hände machen mir keine Kopfschmerzen", sagte der liebe Gott, "aber die drei Paar Augen, die schon das Standardmodell haben soll: ein Paar, mit dem sie in sämtliche Zimmer sehen kann, um alles zu betreuen. Ein zweites Paar im Hinterkopf, mit dem sie sieht, was man vor ihr verbergen möchte, was sie aber unbedingt wissen muss und natürlich das eine hier vorn, mit dem sie einen Patienten ansehen kann und ihm bedeutet: Ich verstehe Sie und bin für Sie da, ohne dass Sie ein Wort sprechen müssen."

Der Engel zupfte ihn leicht am Ärmel und sagte: "Geht schlafen, Herr, und macht morgen weiter." "Ich kann nicht", sagte der liebe Gott, "ich habe bereits geschafft, dass sie fast nie krank wird und wenn, dann heilt sie sich selbst. Sie hat Freude an einem Beruf, der alles fordert und schlecht bezahlt wird, sie kann mit Überstunden leben und kommt mit sehr wenig Freizeit aus."

Der Engel ging langsam um das Modell der Arzthelferin herum: "Das Material ist zu weich", seufzte er. "Aber dafür zäh", entgegnete der liebe Gott, "Du glaubst gar nicht, was es alles aushält!"

" Kann sie denken?" "Nicht nur denken, sondern auch urteilen und Kompromisse schließen", sagte der liebe Gott. Schließlich beugte sich der Engel vor und fuhr mit dem Finger über die Wange des Modells. "Da ist ein Leck", sagte er, "ich habe Euch ja gesagt, Ihr versucht zuviel in das Modell hinein zu packen." "Das ist kein Leck, das ist eine Träne!" "Wofür ist die Träne?" "Sie fließt bei Freude, Trauer, Enttäuschung, Schmerz und Verlassenheit", sagte der liebe Gott versonnen, "die Träne ist das Überlaufventil!"

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